24 Mai 2016

Von Apfelbäumen und einer Bank …

… dem Duft von Apfelkuchen, der Faszination alter Apfelsorten und einem ganz irdischen Paradies … Ein Gastbeitrag von Anna Schellhase von der Baumschule Lorenz von Ehren in Hamburg.

Apfel 'Zaubergäu Renette' © Baumschule Lorenz von Ehren

Apfel „Zaubergäu Renette“ © Baumschule Lorenz von Ehren

Unter den Gehölzen gehört er zu den Bäumen mit der stärksten Symbolkraft. So steht er für Liebe, Leben, Erkenntnis und Entscheidung sowie für Reichtum. Wir fügen frei hinzu: auch für Gesundheit. Heißt es nicht immer: An apple a day keeps the doctor away. Selbstverständlich können wir die gesundheitsfördernde Wirkung des Apfels auch auf seinen Träger ausweiten, den Baum und an dieser Stelle die Wohlfahrtswirkungen aufzählen, die ein Baum leistet. Doch genau das möchten wir nicht, sondern sind so frei es vorauszusetzen. Viel lieber beschäftigen wir uns mit der Motivation, einen Apfelbaum zu pflanzen. Hier kommen wir schnell in die Wertediskussion und bringen das Argument, etwas Bleibendes zu schaffen, welches zudem noch einen ungeheuren Nutzen bringt. Denken wir an selbstgemachtes Apfelmus, Apfelkuchen, Most oder geistreichere Varianten.  Nun schweife ich ab.

Apfel "Landsberger Renette" © Baumschule Lorenz von Ehren

Apfel „Landsberger Renette“ © Baumschule Lorenz von Ehren

Das Luther zugeschriebene Zitat erscheint mir abgegriffen und der Wert des Apfels an sich ist auch im Laufe der Jahre gesunken, insbesondere durch den Erwerbsobstbau. Nein, wir wollen auf die alten Apfelsorten hinaus. Auf die, die es nicht im Supermarkt oder Discounter gibt, also nicht die fünf bis sieben üblichen, sondern auf die, an die sich einige von uns noch erinnern, vielleicht den Namen vergessen haben, aber den süßsauren Geschmack noch auf der Zunge und das Wurmloch im Blick. Die Bäume, die in Großmutters Garten standen,  in Schrebergärten oder auf den Streuobstwiesen um die Ecke und so klangvolle Namen trugen wie: Gewürzluiken, Landsberger Renette, Rheinischer Bohnenapfel oder gar Zaubergäurenette.

Apfel "Fuji" © Baumschule Lorenz von Ehren

Apfel „Fuji“ © Baumschule Lorenz von Ehren

So ein Apfelbaum weckt Erinnerungen, die man wieder aufleben lassen oder vielleicht sogar weitergeben möchte. Und nun stellen Sie sich einmal vor, Sie sitzen auf einer schicken Bank unter Ihrem Baum und es fällt Ihnen kein Apfel auf den Kopf. Klingt das nicht paradiesisch?

Die Alten – heute sagt man Best Agers

Früher war alles besser! Wer kennt sie nicht, diese Aussage, mit der so mache Neuerung im Keim erstickt wird? Wir wollen hier zwar nicht in die Schwarz-Weiß-Malerei einsteigen, wir sind Künstler auf anderem Gebiet, doch wir möchten schon deutlich hervorheben, dass die historischen Apfelsorten durchaus Pluspunkte  verdienen. So haben sie für viele von uns nicht nur den bereits erwähnten emotionalen Wert, sondern noch einen anderen, durchaus messbaren, vor allem aber gesundheitsrelevanten: Sie sind sicherlich nicht unbedingt vitaminreicher, auf jeden Fall aber ärmer an allergenen Stoffen, als ihre modernen Kollegen.

Apfelsorten diverse © Baumschule Lorenz von Ehren

Apfelsorten „Jakob Fischer“, Unikat, „Gewürzluiken“ (v.l.n.r.) © Baumschule Lorenz von Ehren

Dass das so ist, dafür ist wohl das Polyphenol verantwortlich. Es soll die Allergene unschädlich machen, zugleich aber sorgt es dafür, dass der Apfel weniger süß ist und sich beim Anschnitt schnell braun färbt. Und das will doch keiner. Wir wollen doch standardisierte, süße, einheitlich geformte und sich nicht verfärbende Äpfel und keine Naturprodukte. Oder vielleicht doch? Dann sollten Sie sich einen pflanzen. Holen Sie sich die Liste alter Obstsorten und Sie werden feststellen, dass viele davon in unserer Baumschule stehen.

Schmückende Begleiter

Sie reagieren nicht allergisch auf Äpfel? Dann pflanzen Sie sich doch den Apfelbaum, mit der für Sie schönsten Blüte, strukturreichsten Rinde, bizarrsten Form oder einfach Ihre Lieblingssorte. Egal welche Sorte, ein schmückender Begleiter ist Ihr Baum durchs ganze Jahr – und dass vielleicht in Kombination mir Ihrer Bank oder Ihrem Gartenstuhl?

Apfel "Jakob Fischer" © Baumschule Lorenz von Ehren

Apfel „Jakob Fischer“ © Baumschule Lorenz von Ehren

Apfelbäume blühen weiß und rosa, doch wir wissen alle, weiß ist nicht gleich weiß und rosa ist nicht gleich rosa. Rosa ist hell, dunkel, grell, zart, schattiert, meliert. Kennen Sie noch mehr? Die Natur schon und sie zeigt es auch, in der Blüte. Wenn Ihnen also alle Sorten schmecken, dann entscheiden Sie doch einfach nach der Blütenfarbe – frei nach dem Motto: Was passt farblich am besten ihn meinen Garten.

Und die Frucht? Da wird es bunt: grün, rot, rotgrün, gelbrot, grüngelb, um nur einige Farbeispiele zu nennen. Wem das zu bunt ist, der kann gerne auf die monochromen (was für ein Wort) zurückgreifen – schließlich liegt dezent im Trend.

Gewachsen wie gewollt

Sie können sich noch immer nicht entscheiden? Ihnen sind Geschmack und Farbe tatsächlich nebensächliche Attribute? Wie wäre es dann mit einer Entscheidung über die Wuchsform? Sicherlich auch eine wichtige Überlegung hinsichtlich des endgültigen Standortes des Baumes. Für die besagte Bank oder den Gartentisch eignet sich eher ein normal gewachsenes Exemplar, wegen des Schattens.

Doch für schmale Grundstücke, am Haus oder an einer warmen Mauer eignet sich Spalierobst besonders gut, und auch als strukturgebendes Element sind Spaliere eine Augenweide und die daran wachsenden Früchte sollen besonders süß sein, da sie alle optimal der Sonne ausgesetzt sind. Wir finden Obstbäume sind unabhängig von ihrer Wuchsform ein Plus für jeden Garten und Park.

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Von Apfelbäumen und einer Bank – Teakserie „Valencia“ von Garpa

Und das mit der Bank  und  dem Tisch und dem Apfel oder in dem Falle besser dem Apfelkuchen, das ist doch unabhängig von Blütenfarbe, Geschmack und Wuchsform nach wie vor ein paradiesischer Gedanke.

Über die Baumschule Lorenz von Ehren

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Die Baumschule Lorenz von Ehren wurde 1865 in Hamburg gegründet und wird seitdem durchgängig als Familienunternehmen geführt. Mit Bernhard von Ehren als geschäftsführendem Gesellschafter wird das Unternehmen somit bereits in der fünften Generation von einem Familienmitglied geleitet. Die Baumschule gehört zu den führenden Baumschulen Europas und ist national und international ein wichtiger Player in der Grünen Branche. Das Sortiment umfasst mehr als 500.000 Gehölze. Mehr Informationen finden Sie auch hier.

27 Mrz 2015

Deutscher Gartenbuchpreis 2015

Die schönste Lektüre für Gartenenthusiasten: Bereits zum 9. Mal zeichnete eine Jury um Robert Freiherr von Süsskind auf Schloss Dennenlohe die besten Neuerscheinungen mit dem Deutschen Gartenbuchpreis aus. Eine Auswahl für Bibliophile …

Deutscher Gartenbuchpreis 2015

Mich machen Gartenbücher glücklich. Genauso wie Gärten. Und in beiden Fällen kann ich mich nie an ihnen „sattsehen“. Sicher, der Markt für Gartenliteratur ist fast unüberschaubar, zu beinahe jedem Thema finden sich mittlerweile Praxisratgeber, inspirieren großformatige Bildbände mit atemberaubenden Aufnahmen von öffentlichen und privaten Gärten, erscheinen regelmäßig Kompendien zu Werken der Gartenkunst. Umso besser …

Mit dem Deutschen Gartenbuchpreis werden die besten Neuerscheinungen eines Jahres von einer Expertenjury ausgezeichnet. 2015 wählte sie aus über 100 Einsendungen von 38 Verlagen neun Preisträger in verschiedenen Kategorien aus. Und macht damit die Auswahl der eigenen Favoriten ein wenig leichter.

Luxus-Gaerten_3D-GewinnerDer Gewinner in der Kategorie „Bester Bildband“ heißt „Luxus Gärten“ von Ferdinand Graf Luckner (Fotos), Dr. Thomas Hagen und Bettina Hagen-Demuth (Autoren) aus dem blv Buchverlag.

Von architektonischer Strenge über reduzierten Minimalismus bis hin zu tropischem Überfluss werden in dem exklusiven Buch sieben Gärten der Superlative beschrieben – vom japanischen Garten in der Schweiz bis zu Anlagen in Cornwall.

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„Luxus Gärten“, blv Buchverlag © Ferdinand Graf von Luckner

„Jeder Garten ist wie ein offenes Buch, das eine Geschichte über seinen Besitzer, dessen Leben und seine persönliche Weltsicht erzählt.“ (aus dem Vorwort zu „Luxus Gärten“, blv Buchverlag, 2014)

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„Luxus Gärten“, blv Buchverlag © Ferdinand Graf von Luckner

Der opulente Bildband ist in einen grünen Leineneinband mit Goldaufdruck samt passendem Schuber gewandet und in einer limitierten und nummerierten Auflage von nur 2.222 Stück erhältlich. Weitere Einblicke in das herrliche Buch ermöglicht der blv Buchverlag auf seiner Webseite, bestellen kann man es ebenfalls beim Verlag.

Ungewöhnlich und faszinierend präsentiert sich das Gartenbuch „Der Goldene Grubber“ der Illustratorin Kat Menschik aus dem Berliner Galiani Verlag, das in der Kategorie „Bester Bildband“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurde.

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„Der Goldene Grubber“, Galiani Verlag © Kat Menschik

Der Verlag schreibt dazu: „Ein Buch zum Gärtnern, Wundern und Staunen, für alle, die schon längst einmal wissen wollten, wie Blumensamenbomben funktionieren, ob toter Fisch einen guten Dünger abgibt, mit welchem Trick Brennesseln nicht brennen und ob tschechisches Armeeyoga tatsächlich gegen Herbstdepression hilft. Eben ein Gartenbuch der völlig anderen Art.“

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„Der Goldene Grubber“, Galiani Verlag © Kat Menschik

Mein Kommentar: Und eines, das mit seinen fantastischen Illustrationen, Texten und Typographien sehr glücklich macht!

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„Der Goldene Grubber“, Galiani Verlag © Kat Menschik

Alle Bestellinformationen zu „Der Goldene Grubber. Von großen Momenten und kleinen Niederlagen im Gartenjahr“ von Kat Menschik sowie eine ausführliche Leseprobe finden Sie hier.

Den dritten Platz in der Kategorie „Bester Bildband“ belegt eine Veröffentlichung aus dem Eugen Ulmer Verlag. Im „Sichtungsgarten Weihenstephan“ führt der Leiter der renommierten Anlage, Professor Bernd Hertle, durch die 1947 von Richard Hansen gegründeten Lehr- und Versuchsgärten in Freising, deren Schaupflanzungen Studierenden der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und Besuchern Anregungen für die Gartengestaltung geben sollen.

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© Christa Brand aus „Sichtungsgarten Weihenstephan“, Verlag Eugen Ulmer

Die Prämisse Richard Hansens für die Anlage des Gartens gilt bis heute: „Sichtung bedeutet Auslese der besten Züchtungen und der kulturwürdigen Arten, aber auch – unlösbar mit der Sichtung verbunden – das Erfassen des rechten Pflanzplatzes für jegliche Pflanze und damit, vor allem ökologisch betrachtet, geeigneter Partner und Nachbarn für gute Vergemeinschaftungen am Pflanzort.“ (aus dem Vorwort zu „Sichtungsgarten Weihenstephan“, Verlag Eugen Ulmer)

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© Christa Brand aus „Sichtungsgarten Weihenstephan“, Verlag Eugen Ulmer

Die wunderbaren Bilder, die die ästhetischen Kombinationen der Staudenbeete und standortgerechten Pflanzungen einfangen und dokumentieren, stammen von der Fotografin Christa Brand.

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© Christa Brand aus „Sichtungsgarten Weihenstephan“, Verlag Eugen Ulmer

Weitere Einblicke in die zweisprachige Ausgabe (deutsch/englisch) gewährt der Eugen Ulmer Verlag auf seiner Webseite. Alle bibliographischen Angaben und Bestellhinweise finden Sie hier.

Weitere Sieger in den Kategorien:

Bestes Gartengedicht:
Yolanda Del Monico, „blütenzauber – Impressionen aus meinem weißen Garten“

Bestes Buch zur Gartenprosa:
Ute Studer, „Grashüpfer liebt Taglilie“ (Jan Thorbecke Verlag)

Bestes Garten- oder Pflanzenporträt:
W. Michael Satke, „Ireland Glenkeen Garden“ (Hirmer Verlags GmbH)

Bester Ratgeber: Jonas Reif, Christian Kress, Dr. Jürgen Becker,
„Blackbox Gardening“ (Eugen Ulmer Verlag)

Bestes Buch zur Gartengeschichte:
Clemens Alexander Wimmer, „Lustwald, Beet und Rosenhügel“ (VDG Weimar)

Bester Gartenreiseführer:
Oliver Hoch, „Gärten & Parks in Brandenburg“ (L&H Verlag)

Bester Gartenkalender:
Historischer Blumenkalender aus dem Jan Thorbecke Verlag

Preis der Leserjury der Zeitschrift „Mein schöner Garten“: Sebastian Ehrl,
„Bio-Starter – Von null auf hundert zum Biogarten“ (blv Buchverlag)

Logo DGBPDer Deutsche Gartenbuchpreis wurde 2006 von Robert Freiherr von Süsskind und seiner Frau Sabine initiiert und wird seitdem jährlich gemeinsam mit der Firma STIHL ausgelobt. Traditionell findet die Verleihung auf dem fränkischen Schloss Dennenlohe, einem der größten Landschafts- und Rhododendronparks in Süddeutschland, statt. 2008 wurde hier das Bayerische Gartennetzwerk gegründet, seit 2011 ist es außerdem Sitz des Verbandes Bayerischer Parks und Gärten e.V. Mehr Informationen zu den Veranstaltungen auf Schloss Dennenlohe finden Sie hier.

 

 

24 Nov 2014

Going to „Sleep“: Garpa auf der Messe für Hoteldesign in London, 26.-27. November

Der Objektbereich von Garpa präsentiert sich auf der internationalen Fachmesse für Design- und Architekturtrends im Bereich Hotellerie und Gastronomie.  Die Veranstaltung mit Konferenz und Ausstellung findet vom 26.-27. November im Londoner Business Design Centre, 52 Upper Street, Islington, London N1 0QH statt.

Mehr Informationen zum Event finden Sie hier. And so to London … Weiterlesen